Ausstellung: Erzgauner und armer Sünder
Georg Meier: Ein Räuber im 18. Jahrhundert
Die vom 30. April bis 21. August 2011 im Egg Museum laufende Ausstellung behandelt die Thematik der Diebe und Räuber in der Frühen Neuzeit.
Räuber haben auf die Bevölkerung eine große Anziehungskraft, da ihr Leben gerne mit romantischen Vorstellungen (am Lagerfeuer tanzende, singende, sich ihres Lebens erfreuende Menschen, die ihr eigenes Sozialsystem am Rande der Gesellschaft gebildet hatten) in Zusammenhang gebracht wird. Diese Vorstellungen wurzeln in der Fülle romantischer Literatur, die am Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden. Räuber wurden hochstilisiert und manchmal sogar, wie im Falle eines Robin Hoods, als wahre Helden dargestellt. Die Realität sah jedoch anders aus. Ende Mai 1779 wurde ein junger Mann namens Georg Meier in Alberschwende gefasst und in den Gefängnisturm nach Egg gebracht. Der Prozess dauerte von Juni bis Oktober desselben Jahres. In dieser Zeit erzählte Meier seine Lebensgeschichte. 1758 in Südtirol geboren, führte Meiers Lebensweg bereits im Kindesalter in die Kriminalität. Nach dem frühen Verlust seiner Eltern und fehlendem sozialen Rückhalt, schloss er sich in früher Jugend, gemeinsam mit seinem Bruder, einer Bande an. Nach einem missglückten Raub und einem Zuchthausaufenthalt führte Meiers Weg von Tirol nach Süddeutschland, die Ostschweiz und schließlich nach Vorarlberg. Seine Komplizen wechselten mit seiner räumlichen Umgebung. Vor dem Hochgericht Egg musste Meier im Alter von 21 Jahren erneut um sein Leben bangen; doch hier war Schluss. Seine lange Liste von Straftaten, die vom Mundraub bis zu gewaltsamen Einbrüchen mit zwei berühmt berüchtigten Räubern aus dem Bodenseeraum reichten, konnte für die Obrigkeit nur mehr die Verurteilung zum Tode bedeuten.
Die Aufarbeitung des Falles beruht auf einer Diplomarbeit an der Universität Wien. Die Basis bildete der im Vorarlberger Landesarchiv aufliegende Gerichtsakt aus dem Hochgericht Egg. Die Ausstellung führt durch das Leben Georg Meiers vom Kindesalter bis zur Hinrichtung und versucht das wahre Räuberdasein in der Frühen Neuzeit aufzuzeigen. Dabei soll mit romantischen Räuberklischees aufgeräumt und das ärmliche Leben entwurzelter Menschen in der Frühen Neuzeit dargestellt werden; ein gefährliches Leben, das im Kampf ums Überleben nicht selten mit dem Tod endete.
30 . April bis 21. August 2011
Öffnungszeiten: Do 15 - 17, Fr 14 -17, Sa 15 - 17, So 10 - 12
Pfarrhof 5
6863 Egg im Bregenzerwald
+43 664 1124341
museum@egg.at
www.eggmuseum.at
Die vom 30. April bis 21. August 2011 im Egg Museum laufende Ausstellung behandelt die Thematik der Diebe und Räuber in der Frühen Neuzeit.
Räuber haben auf die Bevölkerung eine große Anziehungskraft, da ihr Leben gerne mit romantischen Vorstellungen (am Lagerfeuer tanzende, singende, sich ihres Lebens erfreuende Menschen, die ihr eigenes Sozialsystem am Rande der Gesellschaft gebildet hatten) in Zusammenhang gebracht wird. Diese Vorstellungen wurzeln in der Fülle romantischer Literatur, die am Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden. Räuber wurden hochstilisiert und manchmal sogar, wie im Falle eines Robin Hoods, als wahre Helden dargestellt. Die Realität sah jedoch anders aus. Ende Mai 1779 wurde ein junger Mann namens Georg Meier in Alberschwende gefasst und in den Gefängnisturm nach Egg gebracht. Der Prozess dauerte von Juni bis Oktober desselben Jahres. In dieser Zeit erzählte Meier seine Lebensgeschichte. 1758 in Südtirol geboren, führte Meiers Lebensweg bereits im Kindesalter in die Kriminalität. Nach dem frühen Verlust seiner Eltern und fehlendem sozialen Rückhalt, schloss er sich in früher Jugend, gemeinsam mit seinem Bruder, einer Bande an. Nach einem missglückten Raub und einem Zuchthausaufenthalt führte Meiers Weg von Tirol nach Süddeutschland, die Ostschweiz und schließlich nach Vorarlberg. Seine Komplizen wechselten mit seiner räumlichen Umgebung. Vor dem Hochgericht Egg musste Meier im Alter von 21 Jahren erneut um sein Leben bangen; doch hier war Schluss. Seine lange Liste von Straftaten, die vom Mundraub bis zu gewaltsamen Einbrüchen mit zwei berühmt berüchtigten Räubern aus dem Bodenseeraum reichten, konnte für die Obrigkeit nur mehr die Verurteilung zum Tode bedeuten.
Die Aufarbeitung des Falles beruht auf einer Diplomarbeit an der Universität Wien. Die Basis bildete der im Vorarlberger Landesarchiv aufliegende Gerichtsakt aus dem Hochgericht Egg. Die Ausstellung führt durch das Leben Georg Meiers vom Kindesalter bis zur Hinrichtung und versucht das wahre Räuberdasein in der Frühen Neuzeit aufzuzeigen. Dabei soll mit romantischen Räuberklischees aufgeräumt und das ärmliche Leben entwurzelter Menschen in der Frühen Neuzeit dargestellt werden; ein gefährliches Leben, das im Kampf ums Überleben nicht selten mit dem Tod endete.
30 . April bis 21. August 2011
Öffnungszeiten: Do 15 - 17, Fr 14 -17, Sa 15 - 17, So 10 - 12
Pfarrhof 5
6863 Egg im Bregenzerwald
+43 664 1124341
museum@egg.at
www.eggmuseum.at
eggmusem - 30. Apr, 10:30
